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Kreative Tischler / Schreiner

Von schlicht bis schnörkelig

Der Bonner Tischler Jan Michael Schoenborn hat mit seinem Gesellenstück den ersten Preis im Gestaltungswettbewerb „Die gute Form 2010“ gewonnen. Rund 50 Unikate von Jungtischlern sind derzeit im Siegburger Stadtmuseum zu stehen.
Siegburg - Die Preisträger waren streng geheim und doch hat das beste Stück, ganz ohne Absicht, den Ehrenplatz bekommen. Gleich wenn man das Siegburger Stadtmuseum betritt, empfängt das Modell „Streifen im MDF“, ein Tisch in massiver Eiche mit Schiebe-Schubkasten, den Besucher. Und beweist: In der schlichten Perfektion steckt die Schönheit. Und die Funktionalität. Mit seinem Gesellenstück hat der Bonner Jan Michael Schoenborn nicht nur seine Ausbildung abgeschlossen, sondern auch den ersten Preis im Gestaltungswettbewerb „Die gute Form 2010“ gewonnen. Seine Abschlussarbeit ist eines von rund 50 Unikaten des Tischlernachwuchses der Innung Bonn / Rhein-Sieg, die in der Ausstellung „Die gute Form“ zu sehen sind.

Und die ist klar definiert: Idee, Formgebung und Funktionalität müssen stimmen. „Das Gesellenstück muss so gut sein, dass ein Kunde es abnehmen und bezahlen würde“, erklärt Obermeister Thomas Radermacher. Das Hängeboard in Nussbaum vom Domenik Pipper aus Sankt Augustin hätte da Chancen. „Ohne Raster“ ist der Titel der Arbeit, bei der sich unterschiedliche Rechtecke um die Ablage versammeln. Allerdings bekam er „nur“ eine Belobigung der Jury, da die kleinteiligen Türen die Funktionalität einschränken.

60 Prüflinge traten in diesem Jahr an, fünf haben sich verletzt, weitere fünf nicht bestanden, so dass jetzt gut 50 durchaus sehr unterschiedliche Werke zu begutachten sind. „Der Trend geht seit Jahren eindeutig zu Side- und Hängeboards“, sagt Wolfgang Schmeil von der Kreishandwerkerschaft Bonn / Rhein-Sieg. Und doch finden sich in der Ausstellung auch Blickfänger - zum Beispiel der Kicker-Tisch aus Buche von Fabian Sommer aus Königswinter oder das neogotische Fernsehboard von Matthias Jaskolka aus Neunkirchen.

Rund 100 Stunden stehen den Prüflingen für die Fertigung zur Verfügung, noch einmal gut doppelt so viel Zeit geht in die theoretische Planung. Dabei sind die wenigsten im Möbelbau tätig. „Unsere Innung verfügt über Spezialisten für Treppen, Dachbodenausbau, Einbruchschutz, Wintergärten, barrierefreies Wohnen und Restaurationen“, betont Radermacher. Doch Kreativität gehört zum Berufsbild immer dazu. Die durften in diesem Jahr auch die Auszubildenden spielen lassen, die erst im zweiten Jahr sind. Einige der so genannten „kleinen Gesellenstücke“ sind auch zu sehen. Darunter ein Hingucker von Aron Schmidt aus Eitorf: Sein Snowboard baute er zum kleinen Schrank um.

Bis Dienstag, 13. Juli, jeweils von 10 bis 18 Uhr geöffnet.


geschrieben am 12.07.2010 um 22:34 Uhr.